Dr.-Ing. Markus Staiber
Immobiliengutachter, Haunsheim
Haunsheim, 15.01.2009
Die "Initialzündung" meiner Begeisterung für die Immobilienwirtschaft war ein Referat in der zehnten Klasse. Doch einen Ausbildungsplatz in meinem Wunschberuf gab es in meiner Region noch nicht. Also galt es, den Bedarf einer solchen Lehrstelle zu wecken. Tipp 1: Mach ein Schnupperpraktikum in dem Betrieb, der deinem Wunschberuf nützt. Überzeuge den Chef davon, dass du genau die richtige Person dafür bist. Das funktionierte bei mir sehr gut - Zeit für den nächsten Schritt.
Mit der Mittleren Reife und der Berufsausbildung zum Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft in der Tasche besuchte ich die Berufsoberschule und holte dort das Abitur nach. Tipp 2: Der zweite Bildungsweg bietet große Chancen. Der Staat fördert diesen Weg finanziell und zudem kannst du dir ein Netzwerk von Gleichgesinnten aufbauen.
Der Wehrdienst ist Pflicht in Deutschland, kann aber auch als "Anderer Dienst im Ausland", eine Art Zivildienst, geleistet werden. Diese Chance habe ich genutzt und kann sie nur weiterempfehlen. Tipp 3: Nutze diese Möglichkeit, um Auslandserfahrungen zu sammeln, deine Sprachkenntnisse zu erweitern und somit wichtige Schlüsselkompetenzen für die Zukunft zu erwerben. Wichtig: Bewerbe dich ca. zwei Jahre vor dem Wunschbeginn.
Mit dem Abitur und 13 Monaten Irland-Erfahrung ging es dann zum Studium der Immobilienwirtschaft an die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). Du möchtest ein oder zwei Semester im Ausland studieren, aber dein Studiengang bietet noch keinen Kooperationspartner? Tipp 4: Gehe aktiv auf deinen Auslandsprofessor zu und unterbreite ihm im voraus konkrete Vorschläge. Wenn du Unterschriften benötigst, dann bereite alles unterschriftsreif vor. Professoren unterstützen dich gern, haben aber in der Regel wenig Zeit.
Mit jeweils einem Semester Immobilienwirtschaft in London und Singapur und einem sehr guten Abschluss in der Tasche stellte sich mir dann die Frage nach dem Berufsbeginn.
Tipp 5: Bleibe auch unmittelbar nach deinem Abschluss aktiv und rufe die Unternehmen deiner Wahl an. Frage, ob du ihnen die Ergebnisse deiner Diplomarbeit vorstellen darfst - und schiebe nach der Präsentation die Bewerbungsmappe über den Tisch. Ich wurde daraufhin als Immobiliengutachter im Baufinanzierungsbereich eines großen renommierten Unternehmens eingestellt.
Die Praxis faszinierte mich nach wie vor besonders. Sie hielt nun - im Unterschied zur praktischen Arbeit nach der Berufsausbildung - Aufgaben auf deutlich höherem Niveau bereit. Um in der Praxis auftretende Probleme durch gezielte Forschung zu minimieren, nahm ich 2004 eine nebenberufliche Promotion zum Thema "Immobilienbewertung in der Kreditwirtschaft - Vorschläge zur Prozessoptimierung" in Angriff. Konkretes Ergebnis meiner Praxisforschung ist ein Vorschlag zur effektiveren Immobilienbewertung.
Tipp 6: Überzeuge deinen Arbeitgeber vom Nutzen einer nebenberuflichen Promotion und bewerbe dich mit einem Exposé bei dem Professor deiner Wahl. Dieser Weg ist zwar sehr anspruchsvoll, bietet dir aber sowohl finanzielle Sicherheit als auch den Vorteil der weiteren Praxisnähe.
Fazit: Bildung und Begeisterung sind unschlagbare Karriere-Beschleuniger. Also: Setze dir ein Ziel, das dich begeistert, und pack es an, es lohnt sich!
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