Prof. Dr. Ostap Okhrin
Juniorprofessor in Statistik an der Humboldt Universität zu Berlin (CASE - Center for Applied Statistics and Economics)
Berlin, 05.01.2009
In meiner Familie war die Bildung von Anfang an auf einem sehr hohen Niveau. Mein Vater ist Physiker. Er hat sich immer für alles interessiert und mir das Interesse zur Wissenschaft beigebracht. Noch in meiner Kindheit haben wir zusammen mit meinem Bruder verschiedene chemische Experimente durchgeführt, Maschinen gebaut und mathematische Aufgaben gelöst. Noch im Lwiwen Akademischen Gymnasium habe ich für mich selbst Rechner erfunden und bis jetzt ist Programmieren meine Leidenschaft.
Am Ende meiner Schulzeit musste ich mich entscheiden, was ich weiterstudieren wollte: angewandte oder reine Mathematik. Genauso wie mein Bruder, der schon immer ein Vorbild für mich gewesen ist, habe ich mich für reine Mathematik entschieden. Im Jahr 2000 habe ich mein Studium and der Iwan-Franko-Nationaluniversität zu Lwiw an der Fakultät für Mechanik und Mathematik begonnen. Innerhalb von vier Jahren habe ich den Bachelor in Mathematik an derselben Fakultät wie mein Bruder und mein Opa bekommen.
In dieser Zeit habe ich an verschiedenen Konferenzen, Olympiaden und Wettbewerben in Mathematik sowie in Programmierung teilgenommen. Nach dem Bachelor habe ich mein Masterstudium an derselben Fakultät angefangen. In der Ukraine dauert dieses Studium ein Jahr. Während dieses Jahres habe ich dreimal meinen Job gewechselt. Drei Monate habe ich als Ingenieur am ukrainischen Aktuar Center gearbeitet. Als ich bemerkt habe, dass ich jeden Tag immer weniger Arbeit bekomme, habe ich gekündigt. Danach habe ich an dem Internetprojekt "Gelbe Seiten der Ukraine" (Ukrpages) gearbeitet. Meine Aufgabe war, Ideen für unsere Webseiten zu finden (keine Programmierung). Eines Tages hat mein Projektleiter mir gesagt, dass wir schon zu viele Ideen hätten und diese jetzt zu einer Programmierfirma gäben. An diesem Tag habe ich verstanden, dass ich ein weiteres Mal meinen Job wechseln sollte. Danach habe ich endlich fünf Monate lang als Programmierer gearbeitet. Doch das war auch nicht die Arbeit, die ich ewig machen wollte. Kurz darauf habe ich mich entschieden, in der Wissenschaft zu arbeiten. Während meines Studiums habe ich Sprachkurse in Deutsch und Englisch besucht, weil ohne Sprachkenntnisse das Leben für junge Leute heutzutage nicht so einfach ist.
In Deutschland, wohin ich mit meiner Frau gezogen bin, habe ich "meinen Job" gefunden: Lehren, Forschen, Programmieren - das sind meine Interessen.
In meiner kleinen Familie und in der Familie meines Bruders haben wir immer kleine Wettbewerbe. Mein Bruder ist Professor in Bern, seine Frau ist Professorin in Frankfurt an der Oder und meine Frau promoviert gerade in Frankfurt an der Oder. Wir versuchen immer, verschiedene Aufgaben zusammen zu lösen. Und natürlich haben wir viel gemeinsam.
Je mehr du weißt, desto mehr willst du wissen. Ich denke, dass man schon in der Kindheit das Interesse zur Wissenschaft fördern muss.
Das Buch unterwegs: Hier finden Sie interessante Informationen zur Buchtour quer durch Deutschland.