"Die Voraussetzung für Wissen ist die Neugier" - Jacques Cousteau

Kai Zobel

Elektromeister und Ausbildungsmeister bei EUROGATE Technical Services GmbH, Bremerhaven

Bremen, 09.12.2008

Foto: Kai ZobelNeugierig auf Strom und Elektrik war ich schon immer. Seit meiner frühen Kindheit war kein elektrisches Bauteil vor mir sicher. Alles, wirklich alles musste demontiert und genauestens untersucht werden. Leider klappte das Zusammensetzen dann weniger gut. Dies war wohl der Grundstein für mich, einen Beruf als Elektriker zu ergreifen.
In der späteren Schulzeit waren Mathe und Physik meine Lieblingsfächer, was wiederum meine Entscheidung für einen Elektroberuf bestätigte. Als ein wahres Vorbild erwies sich hier mein Klassenlehrer, der mit Leidenschaft und persönlichem Einsatz Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln vermochte.
1986 war es endlich soweit: ich begann meine Ausbildung zum E-Anlagen-Installateur in einem kleinen Betrieb. Ich war sehr beeindruckt von einem meiner Ausbilder, der es wie kein anderer verstand, Auszubildende zu begeistern und zu motivieren. Und so reifte schon während meiner Lehrzeit in mir der Wunsch, vielleicht selbst einmal den Meistertitel zu erlangen.

Nach meiner Ausbildung arbeitete ich dann in einem größeren Unternehmen mit hochmodernen vollautomatisierten Anlagen. Mein damaliger Vorgesetzter, ein wahrlich "meisterhafter" Ausbilder, war "die Ruhe selbst" und wies mich vortrefflich in die Bereiche Maschinenbau, Elektrotechnik und Mechatronik ein.
Bereits mit 23 Jahren startete ich berufsbegleitend mit der Meisterschule. Mit 27 Jahren wurde ich schon Abteilungsleiter des E-Bereiches mit Schwerpunkt Automatisierung und Reparaturen von komplexen Anlagen.
Neben der eigentlichen Arbeit im Betrieb stand nun auch die Ausbildung an. Bei der Weitergabe meines Fachwissens habe ich mich aber nie als "typischen Vorgesetzten" gesehen, sondern mich an den Vorbildern meiner eigenen Schul-, Ausbildungs- und Arbeitszeit orientiert. Im Laufe der Jahre konnte ich dabei viel Positives erreichen und gute Ergebnisse erzielen.

Diese Erfahrung war für mich so prägend und das Gefühl dabei so zufriedenstellend, dass ich nun meine ganze Energie gerne in die Ausbildung investieren wollte. So traf ich die Entscheidung, nach über 18 Jahren meinen Arbeitgeber zu wechseln, um hauptberuflich als Ausbilder tätig sein zu können.
Die Aufgabe, Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, füllt mich mehr und mehr aus. Nun kann ich junge Menschen auf ihrem beruflichen Werdegang begleiten, positive wie negative Erlebnisse mit ihnen teilen und meine ganze Erfahrung weitergeben. Da ich zusätzlich in zwei Prüfungsausschüsse berufen wurde, habe ich die Möglichkeit, wirklich bis zum letzten Ausbildungstag den Auszubildenden zur Seite zu stehen.
Außerdem versuche ich, den Auszubildenden mein Fachwissen mit dem dazugehörigen Respekt, aber auch einer großen Portion Humor zu vermitteln, frei nach dem Motto:
"Armselig der Schüler, der seinen Meister nicht übertrifft" (Leonardo da Vinci)

Das Buch unterwegs: Hier finden Sie interessante Informationen zur Buchtour quer durch Deutschland.

Aus dem Buch der Bildungsrepublik