Friedrich-Wilhelm Helpap
Studiendirektor a. D., Pinneberg
Pinneberg, 22.12.2008
1936 in Stettin geboren, wuchs ich mit zwei Schwestern auf. Die Zeit der Kriegswirren begann für mich 1943 mit der Evakuierung aufs Land in die Nähe von Stargard im damaligen Pommern. Dort wurde ich auch eingeschult. Die Flucht, der Einmarsch der Russen und die Zeit im Flüchtlingslager ermöglichten mir nur einen eingeschränkten Schulbesuch. Erst ab meinem 11. Lebensjahr erhielt ich regelmäßigen Unterricht in der Volksschule, die ich dann 1952 nach der 7. Klasse verließ, um eine Lehre als Klempner und Installateur zu beginnen. 1955 legte ich meine Gesellenprüfung ab und arbeitete kurze Zeit als Geselle. In dieser Zeit besuchte ich neben meiner Arbeit zusätzlich die Berufsaufbauschule. Als ich arbeitslos wurde, meldete ich mich freiwillig für die Bundeswehr. Während meiner insgesamt 12-jährigen Bundeswehrzeit in Sonthofen besuchte ich auch die Bundeswehrfachschule und legte die Fachhochschulreife ab. Ich begann ein Fachhochschulstudium der Architektur in Lübeck, baute dieses an der Technischen Universität Berlin mit den Fachbereichen Pädagogik und Architektur aus und schloss das Studium als Diplom-Ingenieur ab.
1973 begann ich meine Lehrerlaufbahn beim Landesschulamt in Schleswig-Holstein und wurde für das höhere Lehramt an Berufsschulen eingestellt. 1989 wurde ich Studiendirektor. Bei der Bundeswehr wurde ich nach Karriereschritten als Oberleutnant, Hauptmann und Major 1987 zum Oberstleutnant der Reserve.
Viele Jahre unterrichtete ich zudem abends und samstags als Dozent in Meister-Vorbereitungskursen für das Gas-Wasser-Installateur¬handwerk bei der Kreishandwerker¬schaft in Pinneberg.
Durch meine Tätigkeit als Lehrer und auch bei der Bundeswehr habe ich viel mit jungen Menschen gearbeitet. Deshalb ist es mir ein Anliegen, sie zu motivieren, für sich selbst immer wieder vorwärts zu schauen und zu gehen.
Meine Bildungsgeschichte, die durch die Kriegswirren mit einem lückenhaften Schulbesuch begann, soll all jenen Mut machen, die nicht ohne Hindernisse ihren Schulabschluss geschafft haben.
Unbedingt erwähnen möchte ich noch, dass ich seit nunmehr 47 Jahren verheiratet bin und zwei erwachsene Töchter habe. Der Rückhalt und die Unterstützung der Familie sind enorm wichtig nicht nur für die persönliche, sondern auch für die berufliche Entwicklung. Auch Partnerschaft und Familie erfordern manchmal eine große Portion Mut. Das ist es, was ich jungen Menschen mit auf ihren Lebensweg geben möchte: Habt Mut!
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