Ein Studienplatz musste her!

Kyra Luthe

Personaldienstleisterin und neben dem Beruf Studentin an der Fachhochschule für Oekonomie & Management Bremen (FOM)

Bremen, 08.12.2008

Foto: Kyra LutheGeboren wurde ich in Rostock und ging dort die ersten vier Jahre meines Lebens zur Schule. Ab der fünften Klasse besuchte ich die Orientierungsstufe in Osterholz-Scharmbeck (Niedersachsen, 20 km außerhalb von Bremen). Ich war schon immer sehr vielseitig. Meine guten Noten erhielt ich durch Fleiß und die Fähigkeit, schnell auswendig zu lernen. Ich ging auf das Gymnasium und schloss 2001 erfolgreich mit dem Abitur ab.

Das Abitur hat mich sehr beschäftigt, weswegen ich wenig Zeit aufbrachte, über meine berufliche Zukunft intensiv nachzudenken. Einem jugendlichen Impuls folgend, immatrikulierte ich mich an einer Universität für die Studiengänge BWL und Jura. Als meine zwei besten Freundinnen jedoch in eine betriebliche Ausbildung eingestiegen sind und das erste Geld verdienten, kamen mir erste Zweifel an meiner Entscheidung. Zudem waren mir die weiteren Perspektiven nach dem Studium noch unklar. Kurzerhand entschloss ich mich deshalb für eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau. Ich bewarb mich und bekam direkt die Zusage. Glücklich, endlich einen soliden Weg eingeschlagen zu haben, machte ich mir kaum Gedanken über Verdienstmöglichkeiten, Arbeitszeiten oder Einflüsse des Internets auf die Reisebranche.

Erstes Geld, erste Wohnung! Diese neu gewonnene Freiheit war aber teuer erkauft. Wenn andere Auszubildende große Reisen buchen konnten, da sie noch zu Hause wohnten, mussten mein Freund und ich jeden Cent in Wohnung und Verpflegung stecken. Die ersten Zweifel kamen. Viel Geld würde ich als Reiseverkehrskauffrau nie verdienen, die Aufstiegsmöglichkeiten sind überschaubar. Zudem waren die Arbeitszeiten alles andere als ideal. Samstags arbeiten oder in der Woche bis 20 Uhr entsprach nicht meinem Wunschbild.

Somit stand nach der Ausbildung fest: Ein Studienplatz musste her! Schließlich hatte ich Abitur gemacht und Tourismusmanagement passte doch perfekt. Ich wechselte zu einem Firmenreisebüro nach Bremen und bewarb mich parallel mehrfach um einen Studienplatz. Leider erfolglos, da ich die Zugangsnoten nicht mitbrachte. Schnell wurde mir klar, dass ich mich nebenberuflich weiterqualifizieren musste. Damals hatte ich das Glück, dass sich meine Arbeitskollegin zum berufsbegleitenden Studium bei der FOM entschloss. So ging es auch für mich im September 2006 los. Mein privates wie berufliches Umfeld unterstützte meine Entscheidung für ein berufsbegleitendes Studium, allerdings litten private Beziehungen sehr unter der Doppelbelastung. Das Studium neben dem Beruf lässt kaum Raum für Aktivitäten daneben. Dennoch hab ich meine Entscheidung nie bereut.

Im Studium beschäftige ich mich mit den Schwerpunkten Marketing und Personal. Mittlerweile habe ich den Job gewechselt und arbeite in der Personaldienstleistungsbranche. Ich konnte also schon vom Studium profitieren. Meine Fähigkeiten sind nun klar: Stärken habe ich in der Kommunikation und in der Akquisition. Zudem schult das Studium mein Durchhaltevermögen. So fühle ich mich insgesamt gut im Vertrieb aufgehoben. Auch die finanziellen Möglichkeiten sind attraktiv.

Gespannt schaue ich bereits jetzt auf den Studienabschluss im Februar 2010. Mit dem Bachelor möchte ich den nächsten Karriereschritt machen. Als Personalvermittlerin weiß ich, dass ein Studienabschluss in den allermeisten Positionen mit Führungsverantwortung erforderlich ist. Aber auch ein weiterführendes Studium kommt für mich noch in Frage. Wenn ich ein Masterprogramm anschließe, dann aber wahrscheinlich in Vollzeit.

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Aus dem Buch der Bildungsrepublik