Melanie Kasdorf
18 Jahre, Schülerin am Fichte-Gymnasium in Krefeld
Krefeld, 07.01.2009
Was verbinden Sie ganz allgemein mit Bildung?
Schule bedeutet für mich, jeden morgen um 6 Uhr aufzustehen und um halb 6 erst wieder nach Hause zu kommen. Zudem ist es ein Vollzeit-Job, für den man nicht bezahlt wird und für den man auch nach Ende noch etwas machen muss.
Schule ist aber auch ein Ort, an dem man Spaß mit seinen besten Freunden haben kann und darüber hinaus etwas für sein Leben lernt. Der tägliche enge Umgang mit Menschen formt uns, so dass Bildung uns auch verändern kann.
Durch Bildung erfolgt zusätzlich eine Integration von Menschen, die es vielleicht nicht so einfach im Leben haben. Durch Schule lernen aber auch sie neue Perspektiven für ihr weiteres Leben kennen, die sie aus ihrem "normalen" heraus niemals hätten bekommen können.
So deckt Bildung mehrere Bereiche ab. Man lernt seine Perspektiven, aber auch seine Grenzen kennen. Für mich ist bei Bildung im Allgemeinen aber vor allem der soziale Aspekt zu betrachten, denn man lernt in 13 Jahren Schule Freunde für das weitere Leben kennen. Diese Menschen prägen einen selbst zu einem großen Teil, so dass Bildung mit der eigenen Bildung im Zusammenhang steht.
Welchen Stellenwert hat Bildung für Sie persönlich?
Für mich persönlich ist Bildung sehr wichtig. Durch Bildung erhalte ich gewisse Perspektiven für mein zukünftiges Leben, die ich mit einer weniger guten Bildung eventuell gar nicht haben könnte. Mit einer guten Bildung und einem guten Schulabschluss ermöglicht man sich selbst, wirklich das zu tun, von dem man vielleicht schon ein Leben lang träumt.
Was war bislang Ihr wichtigstes Bildungserlebnis?
In meiner Schulzeit gab es bisher einige wichtige Bildungserlebnisse. Da unsere Schule ein Schullandheim, eine Burg an der Mosel besitzt, fährt man jedes Jahr für eine Woche dorthin. Dort bildet man sich in verschiedenen Bereichen weiter, lernt eine andere Umgebung, aber auch sich selbst und seine Mitschüler besser kennen. So werden Spaß und Bildung vereint.
Darüber hinaus habe ich im Jahr 2007 an einem Schüleraustausch unserer Schule mit einer Schule in Pennsylvania, USA, teilgenommen. Wir besuchten einen Monat lang eine amerikanische Gastfamilie und lernten so den Alltag einer amerikanischen Familie, aber auch den einer amerikanischen Schule kennen. Dieser Monat wurde zu einem der bedeutendsten Monate in meinem Leben. Eine andere Kultur kennen zu lernen, ein anderes Land und nette Leute war ein schönes Ereignis. Daneben besuchten wir auch Städte wie Washington, Philadelphia, Baltimore und New York. Vor allem New York war ein Schlüsselerlebnis während des einmonatigen Aufenthaltes. Vor dem Ground Zero zu stehen und Gänsehaut zu bekommen, weil man die Anschläge vom 11. September im Fernsehen verfolgt hat und nun nur ansatzweise zu wissen, wie die Menschen dort sich fühlen müssen, wenn sie das tagtäglich sehen, das geht unter die Haut.
Ein weiteres wichtiges Bildungserlebnis stellt meine Teilnahme an unserer Theater-AG dar. Anfangs dachte ich nur an langweiliges Theaterspielen und viel Text auswendig lernen. Doch schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass Theater mir viel mehr gibt, als ich vorher dachte. Man lernt vor allem sich selber kennen und lernt sich in andere Personen hineinzuversetzen. Der Umgang mit sich selbst ist dann sehr wichtig, denn man muss zwischen sich und den Rollen differenzieren können. Vor allem das alljährliche Probenwochenende auf unserer Burg war geprägt von anstrengenden Proben. Durch dieses Wochenende intensivierte sich auch das Verhältnis zu den Theaterkollegen, was man dann auch bei der letztendlichen Aufführung spürte. Als man dann am Ende einen anhaltenden Applaus und Schulterklopfer bekam, wusste man, wofür man so hart gearbeitet hatte.
Wo sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?
Über meine berufliche Zukunft bin ich mir noch nicht ganz gewiss. Wahrscheinlich werde ich mich für ein Lehramtsstudium in den Fächern Erdkunde, Sozialwissenschaften und Biologie entscheiden. Vor allem möchte ich aber mit Menschen zusammenarbeiten, von denen ich etwas lernen kann und denen ich eventuell im Leben weiterhelfen kann. Ein Lehramtsstudium wäre dafür sehr geeignet. Nach meinem Abitur möchte ich allerdings erstmal bei einer Jugendreiseorganisation arbeiten und dort weitere Erfahrungen in Bezug auf den Umgang mit Menschen sammeln.
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