Die Vielseitigkeit ist heute besonders wichtig.

Prof. Dr. Yarema Okhrin

Fakultät für Wirtschaft- und Sozialwissenschaften Universität Bern

Bern, 18.12.2008

Foto: Prof. Dr. Yarema OkhrinAusbildung wurde in meiner Familie immer großgeschrieben. Meine Eltern haben mich seit meinen Kinderjahren immer vielseitig gefördert. Meine Mutter, eine Architektin und Künstlerin, und mein Vater, ein Physiker und Ingenieur, haben mein reges Interesse an naturwissenschaftlichen sowie an sozial- und kulturwissenschaftlichen Gebieten geweckt.
Später hat meine Liebe zu exakten Wissenschaften überwogen und ich studierte drei Jahre am Lwiwer Lyzeum für Physik und Mathematik in der Ukraine. Das Studium an diesem Lyzeum mit vielen Teilnehmern von Weltolympiaden in Mathematik, Physik und Chemie hat meine Begeisterung für exakte Wissenschaften, insbesondere für Mathematik, endgültig gefestigt. (Mein Interesse für Kultur und Kunst habe ich aber trotzdem immer behalten und ich bin z. B. ein engagierter Hobby-Fotograf.) Mein Studium der Mathematik mit dem Schwerpunkt in Finanz- und Versicherungsmathematik habe ich mit Auszeichnung an der Ivan Franko Nationalen Universität in Lwiw mit 21 Jahren abgeschlossen. Bereits während des Studiums habe ich zusammen mit dem Betreuer meiner Diplomarbeit an zahlreichen praxisrelevanten Forschungsprojekten gearbeitet und wollte das unbedingt auch nach dem Studium fortsetzen.
Für diese Zwecke ging ich nach Frankfurt (Oder), wo ich am Graduiertenkolleg für Finanz- und Kapitalmärkte im erweiterten Europa unter der Betreuung von Prof. Dr. Wolfgang Schmid promovierte. Drei Jahre später habilitierte ich mit 29 Jahren im Fach Statistik und Ökonometrie. Wenige Monate später erhielt ich zwei Rufe auf Professuren. Dem Ruf an die Universität Bern bin ich gefolgt und bin derzeit als Assistenzprofessor an dieser Uni tätig. Im November 2008 wurden die Ergebnisse meiner Forschung mit dem Nachwuchswissenschaftlerpreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Der Preis wurde vom Landesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur verliehen.
Die Förderung und Unterstützung, die ich mit meinem Bruder, der ebenso Juniorprofessor im Fach Statistik an der Humboldt-Universität zu Berlin ist, von unseren Eltern bekommen habe, hat unser ganzes Leben sehr stark geprägt. Sie haben die richtigen Ziele gesetzt und uns die Wege zu diesen Zielen aufgezeigt. Ich bin überzeugt davon, dass eine intensive und vielseitige Förderung im Kindesalter sowie eine gezielte Wahl von naturwissenschaftlichen Fächern in der Schule ein stabiles und zuverlässiges Fundament für die Zukunft eines Kindes bilden. Das bedeutet nicht, dass jedes Kind unbedingt Mathematik oder Physik studieren sollte, sondern dass gute Mathematikkenntnisse logisches Denken fördern und sich als extrem nützlich bei jedem Studium erweisen. Vielmehr ist die Vielseitigkeit heutzutage besonders wichtig, weil eine steigende Nachfrage nach Fachkräften an Schnittstellen unterschiedlicher Bereiche besteht, wie Medizin und Statistik, Management und IT usw.
Diese Idee verfolge ich mit meiner Frau Irena, die ebenso als Juniorprofessorin für Informations- und Operationsmanagement an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) tätig ist, bei der Erziehung und Förderung unserer Kinder. Erzählungen über Universum und Sterne, einfache physikalische und chemische Prozesse, Geschichte, andere Länder und Kulturen, interessante logische und mathematische Rätsel, Sport und fremde Sprachen wecken ein reges Interesse wissensbedürftiger Kinder und leisten einen wertvollen Beitrag für ihre Zukunft.

Das Buch unterwegs: Hier finden Sie interessante Informationen zur Buchtour quer durch Deutschland.

Aus dem Buch der Bildungsrepublik