Auf ins Abenteuer!

Yasemin Ulusoy

Personaldienstleisterin und berufsbegleitendes BWL-Studium an der Fachhochschule für Ökonomie & Management Bremen (FOM)

Bremen, 08.12.2008

Foto: Yasemin UlusoyIch bin 27 Jahre alt und lebe in Bremen. Aufgewachsen bin ich in Meppen, einer Kleinstadt im Emsland. Wir witzeln immer, dass Meppen mehr Kühe als Einwohner hat - Ganz so schlimm ist es dann aber doch nicht!

Nach der Grundschule bin ich direkt aufs Gymnasium gewechselt, einer Schule in Trägerschaft des Bistums Osnabrück. Bis auf die private Trägerschaft und die Möglichkeit, diese Schule bereits ab der fünften Klasse zu besuchen, war alles genau wie auf einer staatlichen Schule.
Ich bin schon immer gern zur Schule gegangen. Oder besser gesagt: Es hat mir nie etwas ausgemacht, zur Schule zu gehen. Neue Dinge zu lernen, fand ich immer spannend (von Physik einmal abgesehen...) und es fiel mir leicht (wie gesagt, außer Physik...).
In eine Zwickmühle geriet ich in der Oberstufe: Welche Leistungskurse sollte ich wählen? Ich war in allen Fächern gleich gut, aber keines war mein ausgesprochenes Lieblingsfach. Mein Interesse an Fremdsprachen kam mir dann zu Gute: Da ich mich zwischen Englisch und Französisch nicht entscheiden konnte, wählte ich einfach beide!

2001 dann Abitur - und immer noch keinen konkreten Berufswunsch. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, fand alles interessant - aber nichts so interessant, dass ich es studieren wollte!
Ich entschied mich, auf meinen Fremdsprachenkenntnissen aufzubauen und nahm ein Hotel- und Tourismus-Studium an einer privaten Hochschule auf. Diese stellte sich nach nur fünf Monaten als absoluter Flop heraus: Dort wurde auf Kindergartenniveau gelehrt. Es ging vielmehr darum, für die Studenten (die, wie sich herausstellte, alle Kinder reicher Eltern waren) die Zeit zwischen den Golfstunden zu füllen...
Diese Uni hatte mit strafferem, weil komprimiertem Unterricht geworben - ich konnte davon wirklich NICHTS erkennen! Außerdem spielte ich kein Golf.
Also wieder neu orientieren - was nun? Inzwischen war ich "unsterblich verliebt" und wollte unbedingt nach Bremen ziehen. Dort wurde der Studiengang Hotel- und Tourismusmanagement zwar an der FH angeboten, aber mein Abi war mit 1,9 nicht gut genug, um es sicher in die Auswahl zu schaffen. Dieses Risiko wollte ich nicht eingehen und habe mich für eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau entschieden. Ich hatte das Glück, in einem ganz wundervollen Betrieb zu lernen und habe die Ausbildung sehr genossen! Dies war dann auch mein Einstieg ins Arbeitsleben, denn nach der auf zwei Jahre verkürzten Ausbildung habe ich noch drei weitere Jahre in meinem Beruf gearbeitet, hauptsächlich im Geschäftsreisedienst.

So sehr ich meinen Beruf inhaltlich liebte, so schlecht wurde die Arbeit leider bezahlt. Aus dieser Unzufriedenheit heraus und dem Wunsch, mir ein neues Ziel zu setzen, habe ich mich im Sommer 2006 für ein berufsbegleitendes BWL-Studium an der FOM (Fachhochschule für Oekonomie & Management) in Kooperation mit der Hochschule Bremen entschieden. BWL passt zu meiner Ausbildung. Also, auf ins Abenteuer!

Manchmal ist es wirklich abenteuerlich, dass man mit Mitte 20 nicht nur jede Woche drei- bis viermal neben einem 40-Stunden-Job die Schulbank drückt, sondern sich während der Klausurenphase auch noch komplette Wochenenden und einen Großteil seines Urlaubs um die Ohren schlägt! Und man bezahlt auch noch viel Geld dafür! Zum Glück hat mich mein Umfeld dafür nicht für verrückt erklärt, sondern unterstützt mich bei meinen Plänen.
Auch wenn dieses Studium in jeder Hinsicht eine sehr große Belastung ist, vor allem, weil es über dreieinhalb Jahre geht, würde ich mich wieder dafür entscheiden. Irgendwie schlägt man sich da durch, und hinterher weiß man, dass man wirklich etwas Besonderes geleistet hat! Ganz zu schweigen von der Berufserfahrung, die man "ganz nebenbei" weiterhin gesammelt hat.

Diese Berufserfahrung sammle ich mittlerweile bei einem größeren Personaldienstleister. Hier lerne ich sehr viel über Arbeitsrecht, so dass als zweiter Studienschwerpunkt neben Marketing auch sehr schnell Personal/Organisation feststand. In welcher Branche es nach meinem Studium weitergeht, weiß ich noch nicht. Bisher gefällt mir meine Tätigkeit sehr gut, aber sicherlich werde ich mich innerhalb der nächsten Jahre noch einmal beruflich verändern.
Ich bin sehr gespannt auf das Jahr 2010, wenn ich meinen Titel hoffentlich geschafft habe. Mal sehen, was noch kommt!

Das Buch unterwegs: Hier finden Sie interessante Informationen zur Buchtour quer durch Deutschland.

Aus dem Buch der Bildungsrepublik