Philip Glörfeld
Handwerksmeister und Aufstiegsstipendiat
Berlin, 16.12.2008
Mein Name ist Philip Glörfeld, ich möchte meinen bisherigen Lebensweg in ein paar Zeilen darstellen. Meine bisherige Karriere hat in der Realschule begonnen, damals haben mich die Lehrer bei Elternsprechtagen immer als Schüler beschrieben, der dem Zappelphilipp aus den Kinderbüchern recht nahe kommt. Beendet wurden die Gespräche immer mit dem Satz: "Er könnte viel besser sein, wenn er sich mal auf den Hosenboden setzen würde." Diesen Hinweis habe ich während meiner Zeit auf der Realschule aber leider nicht mehr umgesetzt. Im Jahr 2000 habe ich dann einen durchschnittlichen Realschulabschluss hingelegt und eine Ausbildung als Werkzeugmechaniker begonnen. Für mich hat mit dem Beginn der Ausbildung die interessanteste und schönste Zeit meiner Jugend angefangen. Durch die gute Förderung meiner Ausbilder und meiner damaligen Firma habe ich Spaß am Arbeiten in und mit der Technik entwickelt.
Wer Leistung bringt, wird auch gefördert.
Das habe ich während meiner gesamten Zeit immer wieder bestätigt bekommen.
Meinen Berufsschulabschluss machte ich als Klassenbester, die Ausbildung beendete ich als einer der landesbesten Auszubildenden. Im Februar 2004 beendete ich die Ausbildung und wechselte die Firma. Ich wollte nicht immer der "Auszubildende" bleiben. In meiner neuen Firma startete ich in einem tollen Team. Durch meinen guten Ausbildungsabschluss erhielt ich die Begabtenförderung des Bundesministeriums. Ich entschied mich, auf der Abendschule meinen Handwerksmeister zu machen.
Ich überzeugte einen Arbeitskollegen, mit mir den Meister zu machen. Er war sofort begeistert. Im Nachhinein, war das die beste Entscheidung, denn wir haben uns gegenseitig in den zwei Jahren Abendschule viel unterstützt. Im April startete ich mit dem Ausbilderschein, anschließend machte ich den Fachkaufmann und den fachtheoretischen und praktischen Teil der Meisterausbildung. Im Juni 2006 habe ich meinen Meister als einer der Besten im Handwerk mit einem Durchschnitt von 1,5 beendet. Durch den Meister habe ich gleichzeitig die Zugangsberechtigung für ein fachgebundenes Studium erlangt. Diese Möglichkeit wollte ich nutzen. Da ich für ein Maschinenbaustudium einige Wissenslücken - besonders im Mathematikbereich - hatte, wollte ich diese zunächst aufarbeiten. Ich besuchte nach der Arbeit einen Nachhilfelehrer, der mich sehr gut auf das Studium vorbereitet hat.
Durch meinen Meistertitel und mein Engagement in meiner Firma erhielt ich die Möglichkeit in die Konstruktionsabteilung als Produktkonstrukteur zu wechseln. Im September 2007 habe ich begonnen, an der Fachhochschule Iserlohn im Verbund Maschinenbau zu studieren. Ich befinde mich zurzeit im 3. Semester. Schnell habe ich gemerkt, dass ich ohne meine mathematische Vorbereitung keine Chance gehabt hätte. Auch während des Studiums habe ich eine gute Lerngruppe gefunden.
Man schreibt die Klausuren alleine, aber den Weg dahin geht man zusammen.
Das Wichtigste ist, dass man Menschen hat, die einen unterstützen. Sei es die Familie, die Freundin oder die Freunde. Dann ist der Weg einfacher. Aber essentiell ist auch, dass man den Spaß nicht verliert. Die Abendschule hat mir viel gebracht, man lernt sich seinen Tages- bzw. Wochenablauf genau einzuteilen.
Man beweist einfach Leistungsbereitschaft und das sehen auch die Arbeitgeber gerne.
Auf der anderen Seite ist es sehr anstrengend. In den Jahren Abendschule haben sich einige Freunde abgewendet, auf viele Anlässe muss man verzichten, wenn andere Wochenende haben, sitzt man am Schreibtisch. Aber: Ich würde es jeder Zeit wieder so machen! Auf meine Freunde, die geblieben sind, kann ich mich verlassen, meine Freundin und Familie haben mich immer unterstützt. Vor vier Monaten erfuhr ich über einen Brief vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dass es ein Stipendium für beruflich Begabte gibt. Ich habe mich direkt beworben und die Tests und Gespräche erfolgreich gemeistert. Am 19. November erhielt ich die Zusage und konnte es kaum glauben, es geschafft zu haben.
Ich werde jetzt mein Studium wie geplant beenden und danach kommt die nächste Herausforderung!
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