Ich kämpfe, um meine Ziele zu erreichen

Jan Steffens

Auszubildender am Technologie- und Berufsbildungszentrum in Magdeburg

Magdeburg, 07.10.2008

Mein Name ist Jan Steffens, ich wohne in Magdeburg und bin 20 Jahre alt. Lernen zu wollen war nie mein Problem. Aber es macht einen schon mächtig traurig, wenn es nicht so klappt, wie man will.

In der ersten und zweiten Klasse war alles normal. Ich bin gern zur Schule gegangen und hatte viele Freunde. Die dritte Klasse stellte mich vor erste Probleme. Ich kam mit der neuen Lehrerin nicht zurecht. Außerdem war meine Klasse mit 36 Schülern riesig. Kein Lehrer hatte Zeit für mich und ich brauchte sehr lange, um den Stoff zu verstehen.

Nach der Grundschule wurden die Fächer immer mehr, es wurde immer schwieriger und meine Noten immer schlechter. Spaß hat mir das Lernen nicht mehr gemacht.
Dann wurde mir empfohlen, an eine Schule mit erweitertem Förderbedarf zu wechseln. Ich habe es gemacht, obwohl ich mir etwas abgeschoben vorkam. Meine Eltern haben zum Glück an mich geglaubt. Mir gefiel es an dieser Schule, die Klassen waren viel kleiner und mir wurde mehr Zeit zum Nachdenken gegeben. Dadurch wurden meine Schulnoten wieder besser. Nach dem Abschluss der neunten Klasse habe ich den Antrag auf Aufnahme in eine Spezialklasse für den Erwerb des Hauptschulabschlusses gestellt und diesen mit guten Ergebnissen geschafft.

Mein Fleiß wurde belohnt mit einem betrieblichen Ausbildungsplatz zum Kfz-Mechatroniker. Mein Traumberuf, ich war glücklich. Auch während dieser Ausbildung fiel mir das Lernen nicht leicht, ich musste regelmäßig zu Hause lernen. Dann wurde ich zum Ende des ersten Ausbildungsjahres krank. Ich habe seitdem Diabetes und muss Insulin spritzen. Der Arzt hat den Abbruch der Ausbildung empfohlen und mein Chef hat mir gekündigt. Ich war wütend und enttäuscht, weil ich meinen Wunschberuf nicht weiterlernen durfte.

Durch die Agentur für Arbeit wurde mir die überbetriebliche Ausbildung zum Mechatroniker in der Technologie- und Berufbildungszentrum gGmbH angeboten. Dieser Beruf umfasst viel mehr Ausbildungsinhalte als der Kfz-Mechatroniker. Ich musste noch mal von vorn anfangen, aber ich wollte einen abgeschlossenen Beruf wie meine Eltern, Geschwister und Freunde. Jetzt bin ich im dritten Lehrjahr, Fehlzeiten durch den Diabetes sind nicht aufgetreten. In der Theorie und in der Praxis bin ich voll einsatzfähig. An der Ausbildung gefällt mir, dass unsere Ausbildungsgruppe zusätzlichen Stütz- und Förderunterricht erhält, so ist viel Zeit, um meine Fragen mit den Ausbildern und Lehrer zu erarbeiten. Ich lerne immer noch langsamer als andere Lehrlinge. Ich benötige mehr Zeit beim Verstehen der Aufgaben und dem Finden der Lösungswege. Durch stetiges Lernen zu Hause und mit Unterstützung meiner Ausbilder, Lehrer und Eltern werde ich den Facharbeiterabschluss als Mechatroniker erreichen. Das Praktikum bei der Firma MSS Magdeburger Schweißtechnik GmbH hat mir Spaß gemacht und mir einen zusätzlichen Motivationsschub für die Zeit bis zur Prüfung gegeben. Durch meine Einsatzbereitschaft, mein fachliches Wissen und durch mein kundenorientiertes Verhalten wurde mir ein Angebot für einen Arbeitsvertrag nach Abschluss der Ausbildung durch den Geschäftsführer Herrn Heidenreich unterbreitet.

Wenn ich einige Jahre Arbeitserfahrungen gesammelt habe, würde ich sehr gern als Kundendienstmonteur in Arabien oder den USA arbeiten.

Ich werde immer kämpfen müssen, um meine Ziele zu erreichen, aber ich werde nie aufgeben!

Das Buch unterwegs: Hier finden Sie interessante Informationen zur Buchtour quer durch Deutschland.

Aus dem Buch der Bildungsrepublik