Das Buch der Bildungsrepublik in Weimar

Am 11. und 12. November 2008 war das Buch der Bildungsrepublik zu Gast in Weimar. Die Stadt im Herzen Thüringens zählt zu den herausragenden Kulturstädten in Deutschland. Zum kulturellen Erbe der Stadt gehören die Weimarer Klassik um Wieland, Herder, Goethe und Schiller, aber auch das Bauhaus und die Gründung der Weimarer Republik - der ersten Republik auf deutschem Boden.

Theater als pädagogische Institution

Bereits Goethe sah als Intendant des Weimarer Hoftheaters das Theater als eine pädagogische Institution an, die humanistische Werte vermittelt und beim Publikum die Wahrnehmung der Schönheit schult und fördert. Auch heute liegt die "Deutsche Nationaltheater und Staatskapelle Weimar GmbH - Staatstheater Thüringen" (kurz: DNT) im Herzen Weimars und nimmt eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Diskurs der Stadt ein. Neben Theateraufführungen und Konzerten bietet das DNT deshalb auch Vorträge und Gespräche wie z. B. die politisch-kulturellen Gesprächsreihen an. Darüber hinaus kann das Haus auch auf ein breitgefächertes theater- und musikpädagogisches Programm für Kinder und Jugendliche verweisen.Foto: Der Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar, Stephan Märki
Das DNT ist mit rund 400 Mitarbeitern auch der zweitgrößte Arbeitgeber in Weimar. Anlass genug, um hier mit dem Buch der Bildungsrepublik Station zu machen.
Der Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar, Stephan Märki, trug sich ebenso in das Buch ein wie Kornelia Bloßfeld, die als ausgebildete Friseurin nun am Theater eine weitere zusätzliche Ausbildung zur Maskenbildnerin absolviert.Foto: Kornelia Bloßfeld


Weiterbildung mit der Bauhaus Weiterbildungsakademie e. V.

Die Bauhaus Weiterbildungsakademie e. V. (WBA) fördert seit über zehn Jahren die wissenschaftliche Aus-, Fort- und Weiterbildung. Sie orientiert sich dabei an den Lehr- und Forschungsprojekten der Bauhaus-Universität und richtet ihr Angebot entsprechend überwiegend an Architekten, Bauingenieure und Ingenieurökonomen, die ihr Wissen vertiefen und erweitern wollen. Eine weitere Aufgabe der WBA besteht in der Förderung der Kommunikation zwischen Bauhaus-Universität, Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden und Institutionen auf dem Gebiet der Weiterbildung.Foto: Geschäftsführender Vorsitzender der WBA, Dr.-Ing. Ulrich Wolff (linkes Bild ganz rechts), zwei Teilnehmer der Weiterbildung 'Zertifizierter Kanalsanierungsberater' 
In diesem Kontext konzipierte und organisierte die Bauhaus Weiterbildungsakademie in Kooperation mit verschiedensten Vereinen und Organisationen bisher Bildungsprojekte wie weiterbildende Studien zu Projektmanagement, Baumanagement, Bauwerkserhaltung und Fabrikplanung, internationale Kongresse und Sprachprogramme.
In das Buch der Bildungsrepublik haben sich der Geschäftsführende Vorsitzende der WBA, Dr.-Ing. Ulrich Wolff, sowie die zwei Teilnehmer Nils Simon und Inke Kowalzik der Weiterbildung "Zertifizierter Kanalsanierungsberater" eingetragen.


Aus Liebe zur Musik: das Musikgymnasium Schloss Belvedere


"Musik ist Sprache, international. Sie ermöglicht stille Besinnung und harmonisches Miteinander gleichermaßen. Sie setzt Bildungsprozesse in Gang, indem sie Phantasie anregt, das Denken schult, Selbständigkeit fordert, Problembewusstsein weckt, Beharrlichkeit verlangt und Hingabe voraussetzt. Musik gründet sich auf Können. Können wiederum beruht auf Wissen, auf Kreativität, auf Übung und auf der Fähigkeit, zwischen 'ratio' und 'emotio' ausgleichen zu können." Mit diesen Worten umreißt Prof. Christian Wilm Müller, Künstlerischer Leiter des Musikgymnasiums Schloss Belvedere, die Bedeutung von Musik für junge Menschen und damit gleichzeitig auch den Anspruch seiner Bildungseinrichtung.Foto: Christian Wilm Müller, künstlerischer Leiter des Musikgymnasiums Schloss Belvedere und die Schüler Anne-Sophie Grießbach und Dominik Beykirch.
Drei Kilometer südlich von Weimar liegt inmitten eines herrlichen Landschaftsparks das Musikgymnasium Schloss Belvedere, ein Hochbegabtenzentrum der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und Unesco-Projektschule. Das Spezialgymnasium für Musik knüpft an die auf Franz Liszt zurückgehende Tradition einer qualifizierten Ausbildung für Nachwuchsmusiker mit einem hohen Leistungsanspruch an. Im Musikgymnasium lernen und leben rund 120 besonders musikalisch begabte Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland und dem Ausland. Die gesamte Instrumentalausbildung wird von Professoren und Lehrbeauftragten der Hochschule für Musik FRANZ LISZT sowie von Lehrbeauftragten der Staatskapelle Weimar übernommen.Foto: Dirigent Lancelot Fuhry, Orchesterprobe für ein Konzert der Reihe 'Kunst im Werk' in Silbitz 
Wir haben mit dem Buch der Bildungsrepublik eine Orchesterprobe für ein Konzert der Reihe "Kunst im Werk" in Silbitz besucht. Für das Buch der Bildungsrepublik legte der Dirigent Lancelot Fuhry gerne den Taktstock aus der Hand und trug sich ebenso in das Buch ein wie der Künstlerische Leiter, Prof. Christian Wilm Müller, und die Schüler Anne-Sophie Grießbach und Dominik Beykirch.


Abitur mit Berufserfahrung


Das Thüringenkolleg Weimar ist ein öffentliches Institut des zweiten Bildungsweges. Es bietet berufserfahrenen Erwachsenen die Möglichkeit, die allgemeine Hochschulreife in einer dreijährigen Vollzeit-Ausbildung nachzuholen. Das am Kolleg erworbene Abiturzeugnis berechtigt zum Studium an allen Universitäten und Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland.Foto: Lehrer und Oberstufenleiter Detlef Wagner, der ehemalige Schüler Christian Wagner, Matthias Frenzel Schüler des Thüringenkollegs
In das Buch der Bildungsrepublik haben sich Matthias Frenzel, Schüler des Thüringenkollegs, und einen Ehemaliger, Christian Wagner, sowie der Lehrer und Oberstufenleiter Detlef Wagner eingetragen.


Schreiben wie zu Schillers und Goethes Zeiten


In der Museumspädagogischen Werkstatt in Schillers Wohnhaus findet regelmäßig der Workshop "Studiolo" statt. Schülerinnen und Schüler können hier das Schreiben mit Gänsekiel erproben - so wie es zu Schillers und Goethes Zeiten üblich war. Sie können herausfinden, welche geheimen Botschaften sich hinter manchen Wörtern in den alten Gedichten der Klassik verbergen, Scherenschnitte schneiden oder sich Spielregeln für alte Brettspiele ausdenken, die im Haus gefunden und schon von Schillers Kindern gespielt wurden.Foto: Schülerinnen und Schüler beim Workshop 'Studiolo' 
Für das Buch der Bildungsrepublik haben uns die anwesenden Schülerinnen und Schüler mit Federkiel und Tinte ihren Traumberuf aufgeschrieben. Auch die Leiterin des Workshops, die Museumspädagogin Beate Grüneberger, trug sich mit ihrer Bildungsgeschichte in das Buch der Bildungsrepublik ein.